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Genealogie der Familie Rosskopf

Rosskopfgenealogie

Die 3. Auflage des  Buches  über die Rosskopf aus der Landhege von Rothenburg o.T. (1342)  aus Burgheim – Eschling (1349) und der Vogtei Monheim wird demnächst fertiggestellt. ca 400 Seiten, 18 Rosskopf  Wappen und Steinmetzzeichen, ca 20.000 bearbeitete Urkundenseiten.

Wer hat Interesse daran ?

Helge Karl Rosskopf

Tel 07222/ 41296

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Genealogie der Familie Rosskopf

Die 3. Auflage des  Buches  über die Rosskopf aus der Landhege von Rothenburg o.T. (1342)  aus Burgheim – Eschling (1349) und der Vogtei Monheim wird demnächst fertiggestellt. ca 400 Seiten, 18 Rosskopf  Wappen und Steinmetzzeichen, ca 20.000 bearbeitete Urkundenseiten.

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Rosskopf Genealogie

Der Familienname Rosskopf kommt in einer Grönland Saga wohl  in übersetzter Form schon um 1006 vor.
In der Herrschaft Hohenlohe-Schillingsfürst gibt es einen Bergrücken Rosskopf. Die Bezeichnung steht in einer Urkunde Kaiser Otto III(983-1002). Über das Alter der Bergbezeichnungen im deutschen Sprachraum liegen mir keine Erkenntnisse vor. Gewannbezeichnungen Rosskopf sind in Süddeutschland gelegentlich zu finden. Der früheste urkundliche Beleg ist von 1350 im Kaisheimer Saalbuch Nr. 1. Zwischen dem geografischen Rosskopf Name und dem Familiennamen Rosskopf gibt es keinen Zusammenhang.  Allerdings hat ein Rosskopf Besitzer 1393 seinem Flurstück seinen noch heute in den Flurkaten benutzten Familiennamen gegeben.

Im Deutschen Sprachraum liegen die meisten mittelalterliche Urkunden bis 1400 in Urkundenbüchern und Veröffentlichungsreihen der Universitäten, Stadt- und Staatsarchiven oder ähnlicher Institutionen in gedruckter Form vor. Nach flächendeckender Durchsicht dieser Urkundenbücher  auch in den angrenzenden Staaten des ehemals Deutschen Siedlungsgebiets ist davon auszugehen, daß für das 13. Jh. lediglich in den Urkundenbüchern der Stadt Halle an der Saale  zwischen 1258 und 1281 sechs Rosskopf Urkunden vorliegern.  Die Stammreihe beginnt am 12.05.1258 mit Heinrich Rosskopf, der in dieser Urkunde an 7. Stelle als Zeuge auftritt. Auffallend ist, daß in dieser Urkunde weder alle Consules noch alle Zeugen einen Familiennamen besitzen. Bereits 1266 ist diese Familie ratsfähig und steht  in der Schöffenliste. Die Familie gehört dem aus dem Salzhandel hervorgegangenen Patriziat an und führt 1268 das Prädikat Herr. Für das erste Drittel des 14. Jahrhunderts gibt es bislang nur 1327  eine Urkunde in der Heinrich Rosskopf unter den Consulen (9. Stelle) der Stadt Bautzen genannt ist.

Die heute über die Welt verteilten Rosskopf stammen wohl zu 10% von  Conrad Rosskopf (um 1320 – 1377/9) ab. Bereits 1358 wird er als Erbarer genannt und besitzt einen Sitz in Biebereren. 1370 siegelt er als vester Knecht mit anderen Edelknechten eine Urkunde des Deutschen Ordens. 1377 wird er Bürger der Reichsstadt Rothenburg o.T. und ist Mitglied des Inneren Rats.

Heinrich Rosskopf 1349 erstmalig urkundlich belegt, wird 1354 der Lehensträger des Klosters Scheyern in Burgheim – Eschling.1355 wird er auch mit dem Hof des Klosters Scheyern in Burgheim – Illdorf belehnt. Er ist der Stammvater von ca 70 % aller Rosskopf Familien. Da der Vorname Heinrich nur bei den Nachkommen des Conrad Rosskopf  vorkommt, muß ein enger Zusammenhang zwischen beiden Personen bestehen.
In Kleinkirchheim (1339) später in Lienz (1365) in Osttirol ist eine Familie Rosskopf belegt. Mehrere Mitglieder dieser Familie erreichen gehobenen Stellungen im Dienste der Grafen von Tirol-Goertz. Diese Familie ist heute noch im Raum Mallnitz ansässig.
Die übrigen Rosshaupt(er) im deutschen Sprachraum haben nichts mit den Familien Rosskopf zu tun.
Rosskopf Wappen und Steinmetzzeichen gibt es 20 Stück. Eine sinnvolle Erklärung dieses Namens gibt es nicht. In den Reichsstädten wurden zur Unterscheidung der Steuerbürger Familiennamen am frühesten benutzt. Es ist keine verballhornte Namensentstehung sondern nach meinen Erkenntnissen ein Geschlechtername.

(Helge Karl Rosskopf, An der Lehmgrube 46, 76476 Bischweier)
Tel: 07222/ 41296

Wendel Roskopf, (1485-1549), Ratswerkmeister

Bei dem ungewöhnlichen Familiennamen Rosskopf muß man immer einen Familienzusammenhang annehmen. Bereits 1506 bestätigt ein Richter am kaiserlichen Landgericht in Rothenburg o.T., daß alle Rosskopf eines Stammes sind.

Hans Roskopf (1380 – 1429) ist der früheste in Görlitz auftretende Namensträger. Er lässt sich ab 1406 in Görlitz als Einwohner nachweisen. Von Beruf ist er Bäcker. Vielleicht ist er personengleich mit Jan Rozskop, der  1406 im Steuerregister der Stadt Prag als Steuerzahler eingetragen ist.
Von 1429 bis 1436 ist die Witwe des Hans Roskopf ebenfalls in Görlitz ansässig.

Sein Sohn könnte Peter Roskopf (um 1410 – nach 1455) aus Hermannsdorf (höchstwahrscheindlich Hermsdorf östlich von Görlitz) sein, der 1455 in einer Erbauseinnandersetzung mit Nickel Dobriker aus Schönberg, dem Mann seiner verstorbenen Schwester, genannt wird. Über Peter Roskopf konnte bislang nur ein einziger urkundlicher Beleg gefunden werden. Er kann natürlich nach dem Inhalt der Urkunde von 1455 und vom Zeitabstand her nie der Vater von Wendel Roskopf (1485 – 1549) sein.

Einer seiner Nachkommen dürfte Georg Roskopf (1450 – 1505) sein. Er ist spätestens seit 1493 in Leipzig wohnhaft und dort als Gerber tätig.
Er könnte der Vater von Benedikt und Wendel Roskopf sein. Die mögliche Witwe des Georg Roskopf ist bis 1506 Einwohnerin in Leipzig. Sie wohnt im gleichen Haus in der Burgstraße in Leipzig wie Benedikt Roskopf. Sie ist wohl die Mutter von Wendel und Benedikt Roskopf. Benedikt Roskopf, laut Urkunde vom 17.02.1527 der Bruder des Wendel Roskopf, hat ab 1515 an der Universität in Leipzig studiert und lebt bis 1557 in Leipzig. 1528 ist er in Leipzig als Buchdrucker und Buchhändler tätig. Ihm werden 4 Druckerplatten und drei Rollen zugeschrieben.  1542 gelobt er in einem Rechtsstreit zwei wittenbergische Bibeln zu drucken.
Trotz umfangreicher Archivaliendurchsicht in den Leipziger Archiven wurde kein Nachweis für den Aufenthalt von Wendel Roskopf in Leipzig gefunden.

Nach Durchsicht aller zeitrelevanten Archivalien im Ratsarchiv Görlitz, in den Archiven in Breslau, Liegnitz, Lauban, Prag, Laun, Leitmeritz, Leipzig u.a. steht nun fest, dass Wendel Roskopf nicht aus der Stadt oder dem Gebiet der Ratsdörfer von Görlitz kommt. Seine Herkunft muß außerhalb des Landgebietes der Stadt Görlitz liegen.

Die Schreibweise des Familiennamens ist in den Archivalien sehr unterschiedlich. Eine eigenhändige Unterschrift fehlt von Wendel Roskopf. Die beiden in Annaberg am 26.07.1518 erstellten Protokolle anläßlich der Zusammenkunft der Bauhütten wurde von zwei verschiedenen Schreibern erstellt. Der erste Schreiber, Hans Hammer, Brudermeister der Bauhütte Straßburg, schreibt wie nebenstehend geschrieben Wendel Roßkopf. Im Protokoll des Jakob von Schweinfurt (Jakob Heilmann), Meister der Bauhütte St. Annaberg steht Wenzel Roßkopf. Auf einer Türeinfassung (nicht mehr vorhanden) auf der Gröditzburg steht Wendel Roskopf, 1522.
Außer von Jonas Roskopf, wie nebenstehend geschrieben, gibt es von allen, die zu dieser Familie gehören keine Orginalunterschrift.
Der Vorname Wendel wird verschiedentlich in der Literatur als fränkischer Vorname bezeichnet. In der Genealogie der „Rosskopf aus der Landhege von Rothenburg o.T. aus Burgheim und der Vogtei Monheim“ kommt der Vorname Wendel nie vor. Diese heute noch blühende Familie ist seit 1342 bis um das Jahr 1600 mit Tausenden von Urkunden über die einzelnen Namensträger sehr gut erforscht und belegt. Sowohl von Conrad Rosskopf (1320 – 1377), seit 1370 als Edelknecht in den Urkunden genannt, als auch von Heinrich Rosskopf (1320 – nach 1360), Lehensträger des Klosters Scheyern, ist die Abstammung möglich. Sowohl Hans Rosskopf als auch Peter Rosskopf ließe sich problemlos in diese Genealogien einordnen. Beide Vornamen kommen zeitgleich mehrfach vor.
Nach den Erkenntnissen aus der Durchsicht von Archivbeständen bis zum Jahr 1400 in vielen Staatsarchiven mit deutschem Archivbestand muß zumindest für den Familiennamen Rosskopf und seine verschiedenen Schreibweisen davon ausgegangen werden, dass sich dieser im Laufe der Jahrhunderte nicht mehr geändert hat. Dieser einmal angenommene Familiennamen, dies gilt vor allem in den Reichsstädten wird nie wieder abgelegt.

Zum Geburtsjahr von Wendel Roskopf lässt sich folgendes feststellen: Wenn man unterstellt, dass ein Steinmetz im Alter von 12 bis 14 Jahren seine Lehre beginnt, 5 Jahre Wanderzeit bis zur Freisprechung als Geselle benötigt, danach 2 Jahre bei einem erfahrenen Werkmeister künstlerisch, in der Bauaufsicht und in der Gesamtorganisation einer Baustelle ausgebildet wird, dann ist das angenommene Geburtsjahr 1490 durchaus realistisch. Zutreffend könnte natürlich auch 1485 sein, dann könnte er ab 1500 bereits in Prag gearbeitet haben. Sein weiterer Lebensweg (erste Heirat) lässt sich nicht mit einem noch früheren Geburtsjahr verbinden.
Vermutlich kam Wendel Roskopf um 1500 nach Prag und arbeitete zunächst unter der Leitung des Baumeisters Hans Spieß aus Frankfurt meist auf der Burg Püglitz. Nach dessen Tod arbeitet er wohl ab 1511 bei Meister Benedikt Ried  (1451 – 1534), königlicher Werkmeister auf dem Hradschin in Prag. Wendel Roskopf nennt ihn seinen Lehrmeister.
Von 1513 bis 1514 arbeitet Wendel Roskopf wohl in Kuttenberg. Belegen läßt sich dies durch sein Meisterzeichen an der Kanzel in der St. Barbara Kirche, der Astwerkgotik, sowie die Nennung des Vornamens Wondel in der Bauhüttenliste von St. Barbara.
1515 soll Wendel Roskopf den naturalistischen Baumstamm, der in der Pfeilerhalle im Erdgeschoß des Schlosses Bechyne (bei Tabor) steht, errichtet haben.
Nach dem Spruchband im Stadtwappen von Tabor ist Wendel Roskopf zwischen 1515 und 1516 und danach, wohl der Erbauer des Rathauses in Tabor, welches 1521 fertiggestellt wurde. Belegen läßt sich das bislang nur durch sein Baumeisterzeichen im Stadtwappen von Tabor, verbunden mit seiner Namensabkürzung W und R. Bei kürzlich abgeschlossenen Renovierungsarbeiten (Entfernung des alten Putzes) im Rathaus in Tabor wurde im Treppenhausaufgang zum Rathaussaal das in gothischen Menuskeln auf den Putz gemalte Steinmetzzeichen (Kreutz auf Schrägbalken) eingerahmt von W und R entdeckt. Ein zeitgleiches Spruchband befindet sich auf der gegenüberliegenden Wand. Die Wände im Rathaussaal sind mit unzähligen zeitgleichen Grafitti übersät. Diese müssen noch ausgewertet werden. Die einzige Urkunde zur Tätigkeit von Wendel Roskopf in Tabor ist ein Schreiben an den Rat von Tabor, vom 17.02.1527, in dem die Stadt Görlitz rückständige Lohnzahlungen für Wendel Roskopf und seine Gesellen fordert. Wann er allerdings dort gearbeitet hat, ist aus der Urkunde nicht ersichtlich.
Die umfangreiche Durchsicht der Archivalien im Staatsarchiv Prag, Tabor und Trebon brachte keine weiteren zweifelsfrei verwertbaren Ergebnisse.

1516 könnte Wendel Roskopf in Annaberg an der St. Annen Kirche beschäftigt gewesen sein. Ein identisches Steinmetzzeichen wie dieses in Kuttenberg an der St. Barbara Kirche, befindet sich dort an der Kanzel der St Annen Kirche. Wenn der in Kuttenberg genannte Wondel Wendel Roskopf ist, dann war er auch an der St. Annen Kirche tätig. Dieses Steinmetzzeichen ist bereits durch Hofrat Cornelius Gurlitt in den Sächsischen Kunstdenkmälern veröffentlicht worden. Warum die kunsthistorische Forschung dies bislang übersehen hat ist unklar.

Die Bautätigkeit des Wendel Roskopf in Görlitz kann nicht anhand von Rechnungen oder anderen Unterlagen belegt werden. Die Ratsrechnungen der Jahrgänge 1490 bis 1548 mußten 1548 infolge des Pönfalls nach Prag an die königliche Verwaltung abgeliefert werden. Nach einhelliger Meinung aller betroffenen Archive sind die Ratsrechnung wohl nicht mehr vorhanden.
Als Nachweis der Bautätigkeit des Wendel Roskopf können allenfalls Steinmetzzeichen dienen.

Fest steht, dass Wendel Roskopf als städtischer Werkmeister und Ratsherr die örtliche Bauhütte leitete und gemeinsam mit dem Bürgermeister und den Schöppen die anfallenden Baumaßnahmen zwischen 1518 und 1548 durchführte und letztlich für jede Baustelle in Görlitz in irgend einer Form zuständig war.
Aufgrund der vorhandenen Urkunden ist er als Landbaumeister von Schlesien nach 1518 zwischen Posen, Gröditzburg, Breslau und Tabor bis auf wenige Ausnahmen ehr beratend oder auch bauleitend tätig. Für seine Bekanntheit und seine Leistungsfähigkeit spricht allerdings, daß er an vielen Orten gefragt war. Selbst hat er wohl nach seiner Heirat mit Margaretha von Bischofswerder zu Eberbach, der Frau seines verstorbenen Vorgängers Stieglitz, seiner Wahl zum Ratsherrn und dem damit verbundenen Aufstieg in die Geschlechter nie wieder ausschließlich als Steinmetz gearbeitet. Bei der Errichtung der Fassade des Schönhofes könnte das Steinmetzzeichen, Kreuz auf Schrägbalken mit Querstrich auf demselben allerdings seine handwerkliche Beteiligung zeigen wollen.
Die Steinmetzzeichen in Laun, Liegnitz, Breslau sind vor dem Jahr 1525 datiert.
Auf der Gröditzburg (1520 – 1524) verewigt er sich als Baumeister neben seinem Steinmetzzeichen mit dem Namenszug Wendel Roskopf. Sein Baumeisterzeichen befindet sich auch im Kaminzimmer neben dem Wappen des Herzogs von Liegnitz – Brieg im Deckengewölbe in einem Medaillon aus rotem Marmor.
Einer der zahlreichen in die Wände der Gröditzburg eingelassenen Köpfe könnte Wendel Roskopf darstellen. Vergleicht man diese Köpfe mit den Köpfen, eingelassen in die Wände im Rathaus in Tabor, so gibt es zumindest eine Übereinstimmung. Vielleicht ist dieser Kopf der von Wendel Roskopf. Anzunehmen ist, daß der Kopf der sich 1522 in der heute nicht mehr vorhandenen Türeinfassung auf der Gröditzburg befand, dieser von Wendel Roskopf ist.

Ein wichtiges Element bei den Wendel Rosskopf zugeschriebenen Torbögen sind die in vielen Variationen vorkommenden rosenartigen Blüten. Möglicherweise hat Wendel Roskopf in Missdeutung seines Familiennamens diese Rosen als sein persönliches Zeichen verwendet. Immerhin verleiht Kaiser Maximilian I (1459 – 1519) in Innsbruck 1504 ein Rosenwappen an Wilhelm Roskopf (1470 – 1506) Eisenkugelgießer und seit 1500 Besitzer einer Hammerschmiede in Kandern (Südbaden). Diese Familie führt dann allerdings schon wenige Jahre später einen Roskopf im Wappenschild. Wilhelm Rosskopf steht in den kaiserlichen Tagebüchern und wird mehrfach in der Landesverteidigung in Tirol und im Elsaß eingesetzt. Er ist der Stammvater einer heute noch blühenden Familie.

Obwohl Wendel Roskopf durch die Heirat mit seiner zweiten Frau, die der ortsansässigen Erbherren Familie Köhler angehört – sie ist die Enkelin des Georg Emerich (1430 – 1507) Bürgermeister, Schöppe und Erbherr mehrerer Dörfer- sich weiterhin mit den Geschlechtern verbindet, ist von ihm kein Wappen bekannt.
Seit September 1523 ist er als Ratsherr an allen für das Schicksal der Stadt wichtigen Ereignissen beteiligt. Als die Reformation am 27.04.1525 in Görlitz eingeführt wird, sitzt er im Rat der Stadt. Nach dem Aufstandsversuch der Tuchmacher am 19.09.1527 ist er permanent an den Ratsentscheidungen und den folgenden drastischen Maßnahmen des Rats der Stadt Görlitz mitbeteiligt.

Spätestens seit 1545 wird er in den Urkunden als Herr angesprochen und als Richter und Schöppe bezeichnet. Als Schöppe lässt er sich allerdings in den Kürbüchern nicht nachweisen und nach damals geltendem Recht ist dies auch nicht möglich.
Gemeinsam mit dem Bürgermeister Rössler führt er im Pönfall 1547 die Görlitzer Truppen nach Bauzen. In den Kürlisten ist er in den späteren Jahren meist an einem der vorderen Plätze unter den Senatoren und Consulen genannt. Offenbar nimmt sein Einfluß in der Stadtverwaltung mit zunehmendem Alter und Erfahrung an Bedeutung zu.

Lediglich in den Urkunden vom 30.03.1527 und 28.06.1528 steht, daß Wendel Roskopf auch Gebäude für Private in Görlitz betreut. Aufgrund der Gesundheitsprobleme, wie im Schreiben vom 07.06.1535 an den Herzog von Münsterberg – Öls steht, hat Wendel Roskopf wohl bald danach weitgehenst seine Reiseaktivitäten einstellen müssen.
1548 wird die Bauhütte des Wendel Roskopf in Görlitz offenbar aufgelöst. In diesem Jahr ist Hans von Görlitz (Hans Richter), Palier des Wendel Roskopf mit einer Bauhütte bestehend aus 20 namentlich aufgeführten Steinmetzen und einem namentlich nicht genannten Hüttenjungen beim Brückenbau in Dresden genannt.

Sein Sohn Wendel II Roskopf (1520 – 1582) ist am 17.12. 1568 ebenfalls als städtischer Werkmeister bestellt worden. Er erhält wohl bereits seit 1565 Aufträge durch den Rat der Stadt. Als Wendel II Roskopf 1582 infolge eines Blitzschlages stirbt, beteiligt sich die Stadt an seinen Beerdigungskosten.
Seit 1562 wird er als Herr angesprochen. Die Ziegel- und Kalkrechnungen belegen ab 1558, dass er wohl wie viele andere als freier Bauhüttenbetreiber und laut Kaufvertrag bereits ab 1552 als Reichkrämer tätig war. Zumindest 2 Epitaphien, die Feuermauer am Mönchskloster, der Erker in der neuen Stube (vormaliges Standesamt), die Außenpfeiler der St.Peterskirche, der Kranz am Rathausturm und der steinerne Rohrkasten auf dem Neumarkt wurden von ihm hergestellt. Laut Urkunde vom 08.04.1570 war er auch in Naumburg bei Bunzlau tätig. Ein zeitgleiches Epitaph befindet sich an der Außenmauer der barocken Stadtkirche.
Aufgrund welcher Leistungen, er nun aus der großen Masse der selbständigen Steinmetzen ausgewählt und zum Ratswerkmeister berufen wurde, ist nicht bekannt. Auch ihm werden zahlreiche Bauten in seiner 14 jährigen Tätigkeit zugeschrieben.
In Lauban ist er in mehreren Urkunden als Vormund und 1579 in beratender Funktion als Baumeister tätig.
Wendel II Roskopf (1520 – 1582) kann eindeutig kein Steinmetzzeichen zugeordnet werden.
Bauwerke, für die ab 1558, als er Ziegel und Kalk von der Stadt kaufte, errichtet wurden, haben entweder kein Steinmetzzeichen oder ein Kreuz auf einem Winkel sitzend in verschiedenen Ausführungen.
Ein Steinmetzzeichen wird in seinen Grundelementen von Vater auf den Sohn und Enkel vererbt. Dies läßt sich gut an den Baumeisterzeichen der Familie Parler erkennen. Die Steinmetzzeichen der folgenden Roskopf Generation (Sohn, Enkel) haben jedoch jeweils andere Zusätze. (Kreuz im Zwickel, geänderte Schrägbalken usw.)
Das Steinmetzzeichen Kreuz auf Winkel könnte demnach mit großer Wahrscheindlichkeit Wendel II Rosskopf zugeordnet werden. Zum Teil mit Zusätzen befindet sich das Zeichen an der Peterskirche, in Lauban am Rathaus, in Löwenberg an der Pfarrkirche, in Görlitz am Südflügel im Rathaushof, in der Krypta Peter und Paul und in der Frauenkirche.

Jonas Roskopf (1560 – 1603), der Sohn des Wendel II Roskopf hat wahrscheindlich seine Ausbildung ebenfalls nicht in Görlitz erhalten. Allerdings ist in der Schülerliste des Gymnasiums in Görlitz 1581 ein Jonas Wendel eingetragen. In Zodel baut er als Baumeister die dortigen Kirche im gotischen Stil um. Sein Baumeisterzeichen von 1590 befindet sich dort in einem Medallion in der Decke der Kirche. In der St. Georgskirche (Unterkirche der Peter und Paulkirche) hat er sich 1595 an der Eingangssäule mit seinen Steinmetzzeichen und den Anfangsbuchaben seines Namens verewigt. Das heutige Aussehen dieser Unterkirche ist sein Werk. An der Stadtwaage ist sein Kopf mit einer prächtigen Halskrause, die ihn letztlich als Mitglied des gehoben Bürgertums ausweist zu sehen. Der Kopf links daneben ist seine zweite Frau Dorothea Roskopf. Zwischen 1601 und 1603 ist er beim Umbau der St.Nikolai und St. Catharina Kirche beschäftigt. Alle seine Bauwerke sind ehr der Spätgotik zuzurechnen.

1610 und 1611 sind Jonas Roskopf und Johannes Roskopf in den Schülermatrikeln des Gymnasiums Görlitz genannt. Ob die anderen männlichen Rosskopf Abkömmlinge in Augsburg und Leipzig Kinder hatten oder überhaupt ins heiratsfähige Alter kamen konnte bislang nicht belegt werden.

Ausblick:
Nach dem 09.08.1535 begibt sich Wendel Rosskopf zu Herzog Karl von Münsterberg – Öls um dessen Bauvorhaben zu besichtigen und Anweisungen zu geben. Der Herzog stirbt am 21.05.1536. Die kunsthistorische Forschung wäre nun hier gefragt zu klären wo und was in diesen vergangenen 9 Monaten in Münsterberg, Frankenberg oder Öls gebaut wurde. Ungeklärt ist wo Wendel Roskopf beratend tätig war ? Vielleicht gibt es zwischenzeitlich neuere Bauforschungen zu den Gebäuden dort. Kennt jemand zu den Städten Münsterberg, Öls, und Frankenstein zeitgleiche Archivalien ?
Kennt jemand Archivalien über die Gröditzburg ?